Die Rechtsperson

Der Vorleser

1892/1910 - 1936

Rezension der Frankfurter Nachrichten und Intelligenzblatt

Der Umstand, daß bei diesem Manne zweitausend Liebesbriefe weißer Frauen gefunden wurden, gebe dem Ereignis seine kulturbange Größe. Dasselbe zeige sich, wenn Menschen fremder Rasse, die Genuß und Ethik auseinanderhalten, sich auf unseren Jahrmärkten zeigen. Auch diese Auseindersetzung in ihrer schlagwortreichen Verallgemeinerung fand lebhaften Beifall, der allerdings zum Teil der blendenden Fassung und der feurigen Wärme des Vortrags zuzuschreiben ist....

Rezension der Volksstimme

Als Kulturkämpfer geißelt Kraus alle Erscheinungen an Unkultur, indessen er geißelt bloß, warum das so ist und wie man die Sache von der Wurzel aus positiv bekämpfen kann, überläßt er besser schon dem ‚Kunstwart‘.

[Volksstimme, zitiert in: Die Fackel 313-314, 31.12.1910, 51] - zitiert nach Austrian Academy Corpus

Rezension der Frankfurter Zeitung

Unter dem Titel »Die chinesische Mauer« hat der Wiener Satiriker Karl Kraus (der heute Abend in der Frankfurter Gesellschaft für ästhetische Kultur aus seinen Werken vorliest. D. Red.) bei Albert Langen in München einen Band gesammelter Aufsätze herausgegeben, die ursprünglich zum Teil in der ‚Fackel‘, zum Teil im ‚Simplicissimus‘ erschienen sind. Es ist, wie sich von selbst versteht, ein Band Ketzereien, auch viel Kanalräumerarbeit darunter, aber mit silberner Schaufel verrichtet.

7. Vorlesung am 02.12.1910

02.12.1910
Frankfurt

[Karl Kraus las im Saale des Kaufmännischen Vereins aus eigenen Schriften: Die Welt der Plakate / Aphorismen / Einiges über Maximilian Harden (Harden-Lexikon) / Die chinesische Mauer - vgl. Die Fackel 313-314, 31.12.1910, 50-56]