Die Rechtsperson

Der Vorleser

1892/1910 - 1936

Seiten

12. Vorlesung am 07.03.1911

07.03.1911
Wien

[Kraus las im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines.] Am 7. März hat der zweite Leseabend stattgefunden, wieder vor einem übervollen Saale. Der Erfolg übertraf noch den des ersten. Zum Programm: Aphorismen, Der Traum ein Wiener Leben, Die Chinesische Mauer und Erdbeben, mußten sieben Stücke zugegeben werden und zwar die Glossen: Wozu, Eine Kollektion Ansichtskarten, Zur Erleichterung des Lebens, ferner die Antoniusrede aus der »Forumszene«, Das Ehrenkreuz, Ein Abend beim bulgarischen Königspaare (der Münz-Trilogie erster Teil) und Der kleine Korngold.

14. Vorlesung am 15.05.1911

15.05.1911
Wien

[Karl Kraus las im Festsaal des Ingenieur- und Architektenvereines.] Am dritten Leseabend (der, am 15. Mai, wieder vom Akademischen Verband für Literatur und Musik veranstaltet wurde) hat der Herausgeber der Fackel Dichtungen seiner Mitarbeiter und eigene Arbeiten vorgelesen.

15. Vorlesung am 06.11.1911

06.11.1911
Wien

[Karl Kraus las im Beethoven-Saal. Der Abend] hat, veranstaltet vom Akademischen Verband für Literatur und Musik, am 6. November vor fast tausend Hörern im Beethoven-Saal stattgefunden. Das Programm, auf dessen Rückseite zur Einführung zwei Aphorismen aus »Pro domo et mundo« und Stellen aus Kritiken gesetzt waren, die sich auf das Verständnis der Distanz zwischen stofflichem Anlaß und künstlerischer Gestaltung beziehen, kündigte die folgenden Satiren, Glossen und Aphorismen an: I.

Rezension der Köbenhavn

Ein Karl Kraus-Abend

Von Karin Michaelis

Man hatte mir vorher gesagt: Gehen Sie nichthin, Sie werden nichts davon verstehen. Aber das war ein Irrtum. Ich verstand vieles, vielleicht die Hälfte, vielleicht nur ein Viertel. Aber was ich verstand, möchte ich nicht um vieler Premieren-Abende willen versäumt haben. Es war ein Erlebnis, und wer von uns sammelt nicht Erlebnisse?

Signatur: 
L-137743
AutorInnen: 

Rezension des Ton und Wort

Die Schwierigkeit, Karl Kraus zu ignorieren, wächst. Denn sein Publikum tut nicht mit, dieses Publikum, das ihm über neunhundert Köpfe stark am letzten Vorleseabend im Beethovensaal immer wieder zujubelte und durch ungestümen Beifall ihn fast eine Stunde länger als die gesetzte Zeit festhielt. Das ist eine durch kein offizielles Gazettenschweigen wegzuschaffende Tatsache.