Die Rechtsperson

Der Vorleser

1892/1910 - 1936

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Rezension der Münchener Neuesten Nachrichten

Seit etlichen Jahren, wenn es auf den Frühling zugeht, kommt Karl Kraus aus Wien. Und die nicht allzu große, aber begeisterte Gemeinde, die er hier besitzt, versammelt sich mit starken Erwartungen. Immer wieder fesselt das Schauspiel, diesen großen Hasser sich an den zahllosen Gegenständen seines Ingrimms entzünden und sich in die wildeste und heute denkbar konsequenteste Opposition zu einem Zeitalter setzen zu sehen, das er verachtet.

158. Vorlesung am 27.01.1920

27.01.1920
München

[Karl Kraus las im Vier Jahreszeiten-Saal am] 27. Januar, 7 Uhr:

I. Vorwort / Monolog des Nörglers (Schluß) / Der sterbende Soldat / Erzherzog Friedrich / Wilhelm und die Generale (mit einer Randbemerkung) / Fluch des sterbenden Soldaten (»Der Zeuge«). II. Die letzte Szene des V. Aktes.

[Die Fackel 531-543, 04.1920, 35] - zitiert nach Austrian Academy Corpus

159. Vorlesung am 29.01.1920

29.01.1920
München

[Karl Kraus las im Kurt Wolff-Haus vor geladenem Publikum,] 29. Januar, 7 Uhr:

I. Abenteuer der Arbeit / Vor einem Springbrunnen / Verlöbnis / Der Reim / Jugend / Vor dem Einschlafen / Traum vom Fliegen / Wiedersehn mit Schmetterlingen / Unter dem Wasserfall / Ich habe einen Blick gesehn / Der Bauer, der Hund und der Soldat / Gebet. II. Die Weber I. und II. Akt.

[Die Fackel 531-543, 04.1920, 35] - zitiert nach Austrian Academy Corpus

Rezension der Münchener Post

Vorlesung Karl Kraus. Am Donnerstag abend hatte der Münchener Verleger Kurt Wolff eine Anzahl Gäste zu einer Karl Kraus-Vorlesung in das Lesezimmer seines Verlagshauses gebeten. K., einigen, nicht allzuvielen, hier kein Unbekannter, stellte sich diesmal nicht als der gefürchtete angriffslustige Essayist, sondern als Dichter und Interpret vor. Er las eine Anzahl eigener Gedichte voller musikalischer Klangschönheit, dichterischer Bildhaftigkeit und rhythmischer Kraft.

Erinnerung von Kurt Wolff

„Eine andere Begegnung, an die ich mich erinnere, ist ein Besuch von Kraus in München, Ende Januar 1920. Er hielt damals seine Vorlesungen aus eigenen Schriften, im ... Saal des Kurt Wolff Verlags ... Der Saal, der etwa 150 Personen faßte, war gestopft voll. Nach der Vorlesung (die nicht öffentlich war, sondern für die ich Einladungen verschickt hatte) reichte Kraus nur einem einzigen Anwesenden die Hand: Theodor Haecker.“

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